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5G-Auktion nach fast 500 Runden beendet – Zukünftig gibt es 4 Provider

Seit März haben sich die vier Bieter bei der Auktion um die Frequenzen für das 5G-Netzwerk immer wieder überboten. Jetzt sind alle Frequenzen verteilt.

5G-Auktion beendet

© sarayut_sy – Fotolia.com

Am 12.06.2019 konnten sich die vier Interessenten für die 5G-Frenquenzen endlich einigen. Ins Rennen ging die Deutsche Telekom, Vodafone, die Telefónica (als Fusion aus O2 uns E-Plus) und 1&1 Drillisch als Tochterfirma von United Internet. Nach 497 nervenaufreibenden Auktionsrunden, haben die Netzbetreiber die 5G-Frequenzen folgendermaßen unter sich verteilt:

Bieter2-Ghz-Band3,6-Ghz-BandPreis gesamt
Telekom4x10 Mhz90 Mhz2,175 Mrd. Euro
Vodafone4x10 Mhz90 Mhz1,88 Mrd. Euro
Telefónika2x10 Mhz70 Mhz1,425 Mrd. Euro
1&1 Drillisch2x10 Mhz50 Mhz1,07 Mrd. Euro

Damit fließen durch diese Auktion insgesamt 6,55 Mrd. Euro in die Staatskasse, welche in die öffentliche Förderung von Glasfaseranschlüssen und in Investitionen in die digitale Infrastruktur von Schulen einfließen sollen.

Was macht 5G so besonders?

5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration. Hierbei werden komplett andere Systeme und Frequenzen als bei den vorangegangenen Generationen genutzt. So sind die 5G-Mobilfunkwellen nur zwischen 1 und 10 Millimeter lang und damit deutlich komprimierter als bei den bisherigen Mobilfunkwellen, die mehrere Zentimeter lang sind. Zudem kommen bei der fünften Mobilfunkgeneration auch höhere Frequenzen zwischen 6 und 300 Gigahertz zum Einsatz, während sich das aktuelle Mobilfunknetz in einem Bereich von 0,8 bis 2,6 Gigahertz befindet. Durch den geänderten Frequenzbereich soll das bisherige Netzwerk entlastet werden.

5G nicht nur für den klassischen Mobilfunk

5G versprich höhere Übertragungsraten, geringere Latenzen und dazu noch ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. Die fünfte Mobilfunkgeneration soll die Grundlage für das Internet der Dinge (IoT) haben. Damit wird 5G beispielsweise auch eine große Rolle in der Industrie 4.0, der Logistik oder in der Landwirtschaft spielen.

Stolpersteine auf dem Weg zu 5G

Das kling schon sehr vielversprechend. Aber auf dem Weg zu 5G gilt es noch einige Hürden zu überwinden. Momentan geht es in erster Linie darum, sowohl technische als auch netzpolitische Grundlagen für den 5G-Ausbau zu legen. So muss, von der technischen Seite gesehen, eine Anbindung von immer mehr Mobilfunkstationen mit schnellem Glasfaser erfolgen. Darüber hinaus führt der Weg zu 5G über den Ausbau des 4G-Netzes. Bis Ende 2020 muss an Autobahnen und Schienenstrecken durchgehend eine Bandbreite von 1000 Megabit pro Sekunde vorliegen – bis Ende 2024 auch entlang der Bundesstraßen. Zudem muss jeder Netzbetreiber mit 500 zusätzlichen Basisstationen , die mehr als 1.000 Megabit pro Sekunde bereitstellen, Funklöcher in der Bundesrepublik schließen.

Für den neuen Netzbetreiber 1&1 gelten hierbei andere Regelungen. Bis Ende 2022 müssen mindestens 1.000 5G-Basisstationen im Einsatz sein. Hinzu kommt, dass bis Ende 2023 mindestens ein Viertel der deutschen Haushalte versorgt sein muss – bis Ende 2025 mindestens die Hälfte der Haushalte.

Wann startet 5G in Deutschland?

Die ersten 5G-Netze sollen bei uns 2020 zur Verfügung stehen. Da die Kosten für die Basistationen äußerst hoch ausfallen, müssen wir mit einem anfangs spärlichen Ausbau rechnen. Zudem dauern die Genehmigungsverfahren für Antennenstandorte recht lange. Hinzu kommt, dass dass die Reichweite der Funkwellen mit Zunahme der Frequenz sinkt, sodass für eine flächendeckende Netzabdeckung mehr Funkmasten benötigt werden. Aus den genannten Gründen wird 5G wohl vorerst nur in Großstädten verfügbar sein und erst später in ländlichen Regionen.

5G vorerst nicht flächendeckend

Um den Ausbau des 5G-Netzes im ländlichen Raum voran zu treiben, sind einige der Netzbetreiber bereit, diesen gemeinsam mit einem oder mehreren Konkurrenten anzugehen. Auch im Bundestag findet dieser Gedanke Zuspruch. Allerdings gehen die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU soweit, dass sie das Telekommunikationsgesetz ändern wollen. Dann wären die Mobilfunkanbieter sogar zu einem nationalen Roaming gezwungen. Auf diese Weise können Anbieter in schwach ausgebauten Gebieten ein besser ausgebautes Netz eines Konkurrenten nutzen. Die Regierung ist der Meinung, dass ein gemeinsames Netz anstelle vereinzelter Funklöcher vor allem außerhalb von Großstädten von Vorteil wäre.

Solange die Funklöcher im ländlichen Raum nicht geschlossen wurden, bleibt hier oft nur ein DSL-Anschluss, damit man das Internet nutzen kann. Auf der Suche nach dem passenden Tarif bietet das Internet viele Informationsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die DSL Vertragsübersicht auf preis24.de.

Neue Endgeräte zur Nutzung von 5G notwendig

Selbst wenn 5G schneller und flächendeckender kommen sollte, als erwartet, so kann es nur mit entsprechenden Endgeräten genutzt werden. Teilweise sind schon Geräte am Markt erhältlich, die ein 5G-Prozessor von Qualcomm verbaut haben. Demnächst bringt auch Samsung das erste 5G-fähige Handy an den Start – das Samsung Galaxy S10 5G. Und auch Huawei bringt 2 Geräte auf den Markt – das Huawei Mate X und das Huawei Mate 20X 5G. Apple hingegen lässt sich mit dem Release eines 5G-fähigen Handys scheinbar noch Zeit.

 

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