BREKO und VATM: Telekom bremst den Breitbandausbau

Nach der Breitband-Offensive der Bundesregierung beginnt nun der Ausbau bei der Telekom zu stocken. Die beiden Breitbandverbände machen ihrem Ärger Luft.

BREKO  Breitbandausbau
BREKO Geschäftsführer Dr. Stephan Albers

Die Kommunen in den ländlichen Regionen sind bestrebt eine stabile und vorallem schnelle Breitbandverbindung, für möglichst viele Bürger auszubauen. Doch scheinbar sieht das die Telekom ganz anders und beruft sich nach wie vor auf eine veraltete Verfügung der Bundesnetzagentur. Durch diesen Erlass kann die Telekom den Glasfaserausbau schon dann verhindern, wenn in einem Gebiet gerade einmal die Hälfte der Bürger mit einer Bandbreite von 1 MBit pro Sekunde versorgt sind.

BREKO und VATM üben harte Kritik

Die beiden Geschäftsführer der Breitbandverbände BREKO und VATM, Dr.Stephan Albers und Jürgen Grützner sprechen eine harte Kritik gegenüber der Telekom aus. Denn aktuell verweigert sich die Deutsche Telekom, neue Kabelverzweiger mit Glasfaseranschluss näher am Kunden zu errichten oder zu verlegen. Dass auch dann wenn die Investoren dafür die Kosten übernehmen. Grützner zeigt sich besorgt und erklärt: „Die Telekom blockiert den Breitbandausbau der
Wettbewerber, mit dem Ziel keine Kunden zu verlieren.“
Bereits im März 2013 äußerte man Bedenken, dass die Telekom nur mit angezogener Handbremse agiert.

Regulierungsverfahren gegen Telekom

Das Unternehmen EWE TEL sah sich aus genau diesem Grund dazu gezwungen, ein Regulierungsverfahren gegen die Telekom einzuleiten. Bereits am vergangenen Freitag wurde von der Bundesnetzagentur dies bezüglich eine erste Anhörung durchgeführt. Grützner und Albers stellen fest, das die Bundesnetzagentur sehr schnell reagiert hat. Dennoch müsse es erst gar nicht zu solchen einem Verfahren kommen, schließlich kosten diese unter Umständen wertvolle Zeit beim Breitbandausbau.

Der Antrag zur Regulierung hat allerdings eine enorme strategische Bedeutung für den weiteren deutschlandweiten Breitbandausbau der alternativen Netzbetreiber. Grützner betont: „Ein gemeinsames Ziel sollte es zudem sein, den Glasfaseranschluss so nah wie möglich auch an die Bürger auf dem Land zu bekommen.“

Wettbewerber vier Mal schneller

In den ländlichen Regionen erschließen die Wettbewerber vier Mal so viele Kabelverzweiger wie die Telekom. Denn die konzentriert sich mit Hauptaugenmerk auf die profitableren Ballungsgebiete. Albers fordert ein klares einschreiten der Politik, die sich nur so hinter den Wettbewerb stellen kann. Die geforderte Regulierung sichert also nicht nur den Wettbewerb sondern auch den Breitbandausbau für Deutschland.

Meine Meinung:

Aus meiner Sicht sollten die Netzbetreiber mehr zusammen arbeiten, statt ständig mit irgendwelchen Spitzfindigkeiten den Mitbewerber zu schaden. Denn im weltweiten Ranking ist Deutschland deutlich abgeschlagen, gerade wenn es um den Bereich: „Breitbandausbau“ geht. Die Leidtragenden sind doch wie so oft, die Kunden in den ländlichen Regionen.

 
[sm]

Über Sebastian 48 Artikel
Seit 1996 nutze ich nicht nur das Internet, ich nehme auch die dafür zuständige Hardware bis ins Detail auseinander. :-)

2 Kommentare

  1. Dies betrifft nicht nur die ländlichen Regionen.Wir wohnen mitten in Oldenburg und in einem „Neubaugebiet“.Hier liegen seit 15 Jahren hochmoderne Glasfaserkabel direkt vor jedem Haus und trotzdem verweigert der Branchenriese uns und allen anderen einen schnellen Anschluß.Angeblich sind die Anschlüße technisch nicht machbar(lach) und wahrscheinlich zu teuer.Fragt sich nur welcher schlaue Fuchs da erst entschieden hat,die Kabel dort zu verlegen und dann vergammeln zu lassen.Seit Jahren kämpfen wir darum,aber bis heute reagiert man nur mit Ablehnung und Ignoranz.Selbst Einschreiben werden nicht beantwortet.
    Wir glauben nicht daran,das die Politik irgendetwas daran wird ändern können.Die haben doch von Anfang an das Monopol zugelassen und werden jetzt wohl kaum dem Telefonkönig die Augen auskratzen.Letztlich sind wir zur Konkurrenz abgewandert.Die haben aus dem jahrzehntelangen Desaster gelernt und verlegen jetzt eigene Leitungen.Da geht alles ganz schnell,komisch?
    Manchmal wünschte man,das solchen Ignoranten ein ähnliches Schicksal widerfahren möge „ala Quelle und Konsorten“.Die haben auch die Quittung für Ihren „Dornröschenschlaf“ bekommen.Wie war das noch:Wer zu spät kommt…?
    Wenn nicht so viele Arbeitsplätze daran hängen würden;man könnte es nur begrüßen.Eines ist jedenfalls sicher:Irgendwann schafft sich der Monopolist selber ab,weil er die Konkurrenz stärkt und sich selber damit überflüssig macht.
    Also nur weiter so Ihr magentafarbenen Blindgänger-Der Tag wird kommen,da will keiner mehr eure „tollen“DSL Anschlüße haben!

  2. Warum auch die Telekom ist nicht an Breitband sondern an Gewinnmaximierung interessiert. Wer glaubt, das die neue 30 Mibt Grenze Gültigkeit hat irrt. Die Telekom bremst nicht nur den Breitbandausbau sondern will ihn gar nicht bzw. nur dort, wo sie mit wenig Kosten max. Gewinn abschöpfen können. FTTH wird es auch in 20 Jahren nicht von der Telekom geben sttdessen wird für 10 % ab 2018 G.Fast die Endlösung sein. Alle anderen nach wie vor ohne Breitband (< 6 Mbit) oder eben mit VDSL. Auch die neue Hybrid Geschichte der Telekom ist nur eine weitere Instanz des nicht ausbauens.

    Auf dem Land gibts kein Hybrid oder nur selten und die Telekom will sich so den Ausbau überall sparen. Es wird solange am Kupfer genuckelt bis die Telekom erkennt das sie ausbauen muss aber da es keine rechtliche Verbindlichkeuiten gibt und das Geschwafel von der Politik nicht rechtsbindend ist, wirds auch in Zukunft in der Fläche weder 50 Mbit noch FTTH geben. Die Telekom hat auch gar kein Interesse an FTTH oder an einem weiteren Ausbau. 2 Mbit reichen heute für Renter usw. völlig aus. Aber auch die Mitbewerber, die das Netz ausbauen weil jeder nur noch IP TV guckt und XXX Filmchen lädt wird nur da ausbauen, wo es wirtschaftlich ist.

    Kurzum: 99% des Traffics sind Videos und XXX und dafür wird nicht weiter ausgebaut. DE ist Schlußlicht im Bereich FTTH und das weltweit. Ausbau ist zu teuer und lohnt nicht die User tragen mit ihrer "Geiz ist Geil" Einstellung auch Schuld daran und Opa und Oma kennen meist nicht einmal das Internet und viele Vermieter verweigern Fiber komplett. Also läuft es darauf hinaus, das die Ballungszentrenen ausgequetscht werden und hier und da mal was verlegt wird und das Land wird immer langsamer und ich denke, das dies zur Abwanderung der Bevölkerung und Abriss vieler Gemeinden führen wird. Armes Deutschland 2015.

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