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Bundesnetzagentur fordert Auflagen beim Breitbandausbau

Beschwerden häufen sich, denn scheinbar wird der Breitbandausbau einfach auf die lange Bank geschoben. Was die Bundesnetzagentur fordert erfahren Sie hier.

Breitband-Ausbau stockt

Netzbetreiber picken nur Rosinen heraus

Vertraut man auf die Aussagen der großen Netzbetreiber, dann geht der Breitbandausbau in großen Schritten voran. Doch scheinbar trifft das nicht auf alle Regionen zu. Bei der Bundesnetzagentur häufen sich inzwischen die Beschwerden von verärgerten Endverbrauchern.

Denn trotz aller Ausbau-Versprechen sei gerade in den ländlichen Regionen immer noch kein spürbarer Fortschritt in Sachen: Netzausbau festzustellen. Daher ist es auch kein Wunder wenn Kunden verärgert sind. Schließlich war ja die Vergabe der LTE-Lizenzen an gewisse Auflagen geknüpft um die sogenannten „Weißen Flecken“ zu beseitigen.

Weiße Flecken sind verschwunden

Weiße Flecken, so wurden in Deutschland Regionen bezeichnet in den kein Breitband-Internet verfügbar war. Doch die oben erwähnten Auflagen entpuppten sich als Mogelpackung, denn das geschah häufig ganz anders als von der Bundesnetzagentur geplant. Die Netzbetreiber setzten zwar in den letzten 4 Jahren ein Menge daran, diese Regionen mit Breitband-Internet zu versorgen. Dennoch wurde teilweise einfach eine zweite Breitband-Technologie ausgebaut, anstatt die vorhandene einfach zu erweitern.

Dass sieht Jochen Homann, Präsident der Regulierungsbehörde und so und sagt: „Es ist verwunderlich, wenn Unternehmen einerseits die hohen Kosten des Breitbandausbaus im ländlichen Raum beklagen, andererseits aber offenbar genug Geld dafür vorhanden ist, punktuell gerade dort einen parallelen Breitbandausbau zu finanzieren.“

Kein Interesse an ländlichen Regionen

Offenbar besteht auch in den ländlichen Regionen kein besonderer Anreiz den Ausbau schneller voran zu trieben. Hier ist auch nicht nur die Telekom zu nennen, sondern alle großen Anbieter lassen diese Regionen erst mal außen vor. Hier sind die Investitionskosten wesentlich höher und auch die Refinanzierung stellt sich erst nach einigen Jahren ein. Taucht jedoch ein kleiner regionaler Anbieter auf und will die Region erschließen, wird von Seiten der großen gegen gesteuert und ebenfalls ausgebaut.

Hier werden also nach und nach die Rosinen heraus gepickt und weniger interessante Regionen fallen kurz gesagt einfach hinten runter.

Lösungvorschlag: Auflagen beim Breitbandausbau

Um das verhalten der Netzbetreiber in eine andere Richtung zu lenken, schwebt Jochen Homann bereits eine Lösung vor: „Dieses Rosinenpicken würde erschwert, wenn Unternehmen, die bei der Verteilung von Fördermitteln kein Interesse an einem bestimmten Ausbaugebiet zeigen, für eine gewisse Zeit an diese Aussage gebunden wären“.

Hier sollte auch nicht einzig und allein die Verantwortung bei der Bundesnetzagentur liegen, sondern viel mehr wären Fördermittelgeber und zuständige Stellen gefordert.

Meine Meinung:

Bereits Mitte letzten Jahres hatten wir darüber berichtet, dass die Telekom den Breitband-Ausbau bremst. Natürlich war auch da schon abzusehen, dass es an dieser Stelle nicht nur ein Netzbetreiber ist, sondern fast alle großen Netzbetreiber auf die Bremse drücken.

Meiner Meinung nach sind solche Auflagen unentbehrlich, schließlich sehen auch Netzbetreiber ihren Gewinn. Denn warum sollte man erst eine Gemeinde mit 200 – 300 Einwohner ausbauen, anstatt eine Stadt bei gleichen Aufwand mit 25.000 Einwohnern zu erschließen.

 

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