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DSL-Offensive: Super-Vectoring als Alternative zu Glasfaser

Anbieter wie die Deutsche Telekom erweitern ständig ihr Netz um die Bandbreite ansteigen zu lassen. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das DSL Super-Vectoring.

Super-Vectoring statt Glasfaser

Super-Vectoring als Alternative

Das neue Jahr ist bereits ein paar Tage alt und dennoch ist 2014 keineswegs vergessen. Schließlich stand das alte Jahr immer im Zeichen der Beseitigung sogenannter „Weißen Flecken“. Gemeint waren damit die ländlichen Regionen, die keinen Zugang zum Breitband-Internet hatten.

Schuld daran war entweder ein fehlender DSL-Ausbau oder ein schlechtes Mobilfunksignal. Doch kaum waren diese Regionen wie von der Bundesnetzagentur gefordert mit einer Mindestabdeckung versorgt, planten die DSL- und Kabel-Anbieter höhere Bandbreiten.

Kabel-Anbieter als Vorreiter

Das Maß aller Dinge waren hierbei aber erst die Kabel-Anbieter, die mit Bandbreiten von 100 MBit/s ihre Tarife in den Vordergrund stellten. Dennoch ließen sich die Telekom und Vodafone nicht lange bitten. So konnten durch den voran schreitenden Glasfaser-Ausbau und die Einführung der DSL-Vectoring Technologie von Seiten der DSL-Anbieter daraufhin gegengesteuert werden.

Natürlich ließ auch die Reaktion der Kabel-Anbieter nicht lange auf sich warten und so steigerten sowohl Unitymedia Kabel BW und Kabel Deutschland die Bandbreite im Kabelnetz auf bis zu 200 MBit pro Sekunde.

Telekom mit 300 MBit pro Sekunde

Anfang Dezember sorgte dann die Telekom für eine weitere Entwicklungsstufe beim LTE. Denn von da an waren nicht nur 150 MBit/s über den neuen Mobilfunkstandard möglich, sondern sogar 300 MBit/s. Ein sehr gelungener Schachzug wie ich finde, schließlich ist das eigentliche LTE-Netz keinesfalls erweitert worden. Stattdessen wurde lediglich eine sogenannte Frequenzbündelung eingeführt, die durch Verdopplung der Sende- und Empfangsantennen für den Bandbreitenzuwachs sorgte. Damit wird nun die Bandbreite von 300 MBit pro Sekunde, also 2x 150 MBit/s, erreicht. Was aber nun in Regionen ohne LTE keine Alternative zum Breitband-Internet ist.

Daher wird immer wieder behauptet, unter anderem vom Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO), dass die Telekom den Breitband-Ausbau ausbremst. Wir hatten bereits im Juni 2014 in den News darüber berichtet. Das Problem für den stockenden Ausbau sind scheinbar immens hohe Kosten für die Verlegung der Glasfaserkabel. Was sich in den ländlichen Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte nicht refinanzieren lässt.

Ausbaugebiete in Deutschland

Zum Vergrößern anklicken.

VDSL-Ausbau: Neuer Standard ab 2017 geplant

Befragt man jedoch die Experten des Bundesverbandes BREKO oder die Internetnutzer selbst, würden sich wohl die meisten den bundesweiten Ausbau des Glasfasernetzes für dieses Jahr wünschen.

Telekom-Chef Niek Jan van Damme sieht das allerdings etwas anders und spricht von einem Ausbau in etwa ein bis zwei Jahren. Obwohl auch er ein Glasfaserkabel, das direkt in die Haushalte (FTTHFTTHBei Fibre to the home kurz auch FTTH genannt wird von der Vermittlungsstelle bis zur Telefondose ein Glasfaserkabel verlegt. Also die „letzte Meile“ sprich die Leitung bis zum Endkunden wird mit der neuen Technologie realisiert. Das Highspeed-Internet über Glasfaserkabel ist für Bandbreite bis zu 1.000 MBit pro Sekunde ausgelegt. ) führt, nach wie vor als Ideallösung sieht. Trotzdem will die Telekom mit dem geplanten Ausbau und der Einführung von G.fast (VDSL-Nachfolger) festhalten um die Bandbreite noch weiter zu erhöhen. Der neue VDSL-Standard hingegen wird dann zwar ebenfalls bis zu 1 GBit pro Sekunde erreichen. Allerdings nur über sehr kurzen Distanzen von bis zu 250 Meter.

Super-Vectoring ab 2015

Als eine Alternative soll ab 2015 der Ausbau des Super-Vectorings beginnen. Da bei dieser Methode nur kleine Aufrüstungen an den Schaltverteilern (kurz: DSLAMskurz: DSLAMs Die Abkürzung steht für Digital Subscriber Line Access Multiplexer. Was nicht anderes bedeutet als Vermittlungsstelle zwischen Teilnehmeranschluss und Netzbetreiber. Während der Trainingsphase/ Synchronisation werden die Frequenzen getestet um den DSL-Anschluss optimal einzurichten. Jeder Reset am DSL-Router verursacht eine neue Synchronisation.) vorzunehmen sind. Die Telekom verfolgt damit das Ziel gegenüber den Kabelbetreibern weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Erwartet werden Geschwindigkeiten von etwa 250 MBit pro Sekunde, die dann bundesweit zur Verfügung stehen.

Was auch für Endverbraucher sehr wichtig wäre, die zum Beispiel bei Internetportalen wie Preis24 nach einen günstigen DSL oder Kabel-Tarif suchen. Der in der ausgewählten Region auch die volle Bandbreite zur Verfügung stellt.

Wer seinen Anschlussbedingungen testen will, nutzt eine DSL Verfügbarkeitsabfrage: Zur Prüfung

Was ist Super-Vectoring

Beim Super-Vectoring werden die zwischen der Vermittlungsstelle und den Schaltverteilern auftretenden Störungen auf ein Minimum reduziert. Bei den hier erwähnten Störungen handelt es sich um Signaldämpfungen, die auf die verlegte Kupferdoppelader zurückzuführen sind. Also keine Kabelbrüche oder Ausfälle an den Schaltverteilern.

Die DSLAMs werden für das Super-Vectoring mit neuer Software versehen und hardwaremäßig so aufgerüstet damit sie die erforderliche Rechenleistung gewährleisten. Leider lässt sich die errechnete Bandbreite von 400 MBit/s nur bei einer Leitungslänge von rund 300 Meter erreichen. Bei längeren Leitungswegen schwindet der Vorteil des Vectorings. Daher wird mit zunehmender Leitungslänge und der verbundenen höheren Signaldämpfung die eigentliche Schwachstelle des Kupferkabels deutlich.

Win-Win Situation für Netzbetreiber & Kunden

Selbst wenn Super-Vectoring nur als Übergangslösung anzusehen ist, profitieren sowohl die Telekom als auch die Kunden davon. Denn aus Sicht des Netzbetreibers müssen keine neuen Kabelwege aufwendig verlegt werden, sowie es beim Glasfaserkabel der Fall ist. Sondern wie bereits im voran gegangenen Abschnitt erwähnt reicht eine Erweiterung der Schaltstellen aus. Auf der anderen Seite erhalten Kunden über das Vectoring einen besseren DSL-Anschluss mit entsprechend höherer Bandbreite. Der sich zudem in sehr viel kürzerer Zeit in Betrieb setzen lässt. Natürlich entstehen so insgesamt weniger Kosten, die dann auch nicht auf den Endverbraucher abgewälzt werden.

Vorteile & Nachteile im Überblick

An dieser Stelle habe ich Ihnen die Vorteile und Nachteile beim Super-Vectoring gegenübergestellt. So können Sie sich leichter einen Überblick über die neue Technologie verschaffen.

Vorteile Vorteile

  • höhere Bandbreite (bis zu 400 MBit/s)
  • Verlegung von Kabelwegen entfällt
  • unterstützt normales Vectoring
  • keine zusätzlichen Kosten für Anschlussinhaber
  • Glasfaserausbau könnte teilweise entfallen

Schwächen Nachteile

  • nur für kurze Distanzen geeignet (rund 300m)
  • Glasfaserausbau wird verzögert
  • Vectoring-Effekt entfällt bei hoher Distanz
  • maximale Bandbreite von 400 MBit/s
  • neue Hardware (Vectoringfähiger DSL-Router)

Mein Tipp:

Führen Sie keinen Tarifwechsel oder Vertragsabschluss ohne eine Verfügbarkeitsabfrage durch. Denn wer wohl möglich einen schnellen Tarif auswählt, der nachher gar nicht geschaltet werden kann ärgert sich die gesamte Vertragslaufzeit darüber.

 

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