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Glasfaserausbau: Telekom agiert mit angezogener Handbremse

Bislang verläuft der Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland recht schleppend. Der Grund hierfür liegt nach einer aktuellen Verbands-Einschätzung bei der Deutschen Telekom AG.

Ralf Kleint und Niek Jan van Damme

Telekom lässt keine Taten folgen

Zumindest sieht das der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) so. In dem Verband ist ein großer Teil der Festnetzkonkurrenten des Bonner Konzerns organisiert. Wie der Verband nun äußerte, sind es vor allem die alternativen Unternehmen wie zum Beispiel die städtischen und lokalen Betriebe, die insbesondere für die Investition in den Breitbandausbau auf dem Lande sorgen. Während die Deutsche Telekom stets nur ankündige, würden die Wettbewerber hingegen Taten für sich sprechen lassen, so der BREKO-Vorwurf.

Mehrfache Kritik an der Deutschen Telekom

Der Branchenverband kritisierte zudem die Forderung der Deutschen Telekom AG, dass das Unternehmen aus der Entbündelungsverpflichtung am Kabelverzweiger (KVz) entlassen werden soll. Zudem wurde auch die schon zuvor geäußerte Kritik an der Vectoring-Technologie erneuert. „Vectoring ist eine innovative Technologie. Gerade dünn besiedelte Gebiete profitieren aber nur, wenn alle Marktteilnehmer Vectoring zu fairen Bedingungen einsetzen können“, betont BREKO-Präsident Ralf Kleint. Bislang gibt es von Seiten der Bundesnetzagentur nach wie vor keine Entscheidung zum Vectoring-Antrag der Telekom, über den wir mehrfach berichtet hatten.

Weiterer Streitpunkt: Die Gebührenerhöhung für die letzte Meile

Auch die beantrage Erhöhung der Entgelte für das Anmieten der sogenannten letzten Meile vom einstigen Telekommunikationsmonopolisten in Deutschland wurde kritisiert. „Im Gegensatz zur Telekom investieren die Wettbewerber nachweislich mehr im ländlichen Raum. Die von der Telekom beantragte Erhöhung der TAL-Entgelte von rund 25 Prozent entziehen die nötigen Investitionsmittel“, sagte hierzu Norbert Westfal vom BREKO-Vorstand. Selbst nach der bereits erfolgten kompletten Abschreibung der alten Kupferdraht-Infrastruktur verdiene die Telekom durch die bisherigen Vermietungen gut 1,2 Milliarden Euro jährlich.

 

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