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Initiative gegen Routerzwang geplant

Für viele Kunden ist der Routerzwang der Provider eine unangenehme Erscheinung bei einem Vertragsabschluss in Sachen Internet. Nun gibt es einen Versuch aus Hamburg, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen, mit dem der Routerzwang beseitigt werden soll.

Initiative gegen Routerzwang

Gesetzesvorlage gegen Routerzwang

Die Gesetzeslage bei den Vertragsabschlüssen ist klar geregelt. Demnach dürfen die Provider den Kunden daran hindern, einen eigenen Router nach Wahl einzusetzen. Erreicht wird dies, da der Kunde in der Regel die detaillierten Zugangsdaten nicht erhält, die im Router vorinstalliert sind. Manche Betreiber erreichen dies auch durch eine Fernkonfiguration. Während die Bundesregierung erklärte hatte, dass eine Änderung Sache der Bundesnetzagentur sei, hatte diese jüngst den Ball zurückgespielt. Aufgrund der Gesetzeslage sieht sich die Bundesnetzagentur demnach nicht in der Lage, diesen Routerzwang zu unterbinden.

Politiker wollen Druck auf Bundesnetzagentur und Regierung erhöhen

Nun gibt es einen Versuch aus Hamburg, dieses Dilemma zu beenden. Denn die SPD-Fraktion in der Hansestadt will nun ein Gesetz auf den Weg bringen, um den Routerzwang zu beenden. Dazu erklärte Hansjörg Schmidt von der Partei, dass es darum gehe, energisch gegen die Unart des einen oder anderen Providers vorzugehen, die den Kunden ihre Router aufdrängten. Somit könnte sich kein Kunde letztendlich für das Gerät entscheiden, dass seinem eigenen Bedarf am besten gerecht wird.

In dem Entwurf heißt es, der Hamburger Senat solle sich bei der Bundesnetzagentur dafür stark machen, den Routerzwang bei den Internet-Providern zu unterbinden, indem die Zugangsdaten an die Kunden auf Wunsch herausgegeben werden. Sollte dies erfolglos bleiben, soll sich der Senat nach dem Willen der SPD in der Hansestadt für eine bundesweite gesetzliche Regelung einsetzen.

Logische Vergleiche zum Routerzwang

Der Politiker untermauerte den Nonsens des Routerzwangs mit einigen weiteren Beispielen aus dem Alltag. So könnten beispielsweise Kabelnetzbetreiber nicht einen höheren Preis von Kunden verlangen, nur weil sie das falsche TV-Programm anschauen. Zudem könne ein Nachbar den Strom billiger erhalten, nur weil er eine Waschmaschine benutzt, die die Hausmarke des Stromlieferanten sei.

 

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2 Kommentare zu Initiative gegen Routerzwang geplant

  1. Andreas D. sagt:

    Ich glaube nicht daran dass der Routerzwang fällt.
    Seit x Jahren wird das schon diskutiert, aber Bundesnetzagentur und Politik spielen sich immer gegenseitig den schwarzen Peter zu.

    So wird das nie was.

  2. Stefan Unterstraßer sagt:

    für mich als blinden User ist der Routerzwang eine Diskriminierung, da nicht jeder Router mit Screenreader (Software, uns den Bildschirm zugänglich macht) optimal bedienbar ist. Ich fordere im Sinne des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz diesen diskriminierenden Irrsinn abzuschaffen, da er keinerlei Vorteile bietet, auch wenn uns die Provider dies immer vorgauckeln wollen.

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