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Internetgeschwindigkeit zu schwach: Bundesnetzagentur setzt klare Regeln

Die vereinbarte und die tatsächliche Internetgeschwindigkeit, weichen oftmals stark voneinander ab. Jetzt greift die Bundesnetzagentur durch.

Internetgeschwindigkeit Bundesnetzagentur

© Antonioguillem – Fotolia.com

Laut Statistik hatten im Jahr 2016 rund 79 Prozent aller Haushalte in Deutschland einen Internetanschluss. Zehn Jahre zuvor waren es gerade einmal 58,2 Prozent. Nicht nur der Bedarf ist gestiegen, auch die Qualität des Netzanschlusses spielt für viele Verbraucher eine wichtige Rolle – allem voran die Geschwindigkeit.

Wie schnell Ihr Internet sein muss, hängt vom persönlichen Surfverhalten ab. Wer häufig große Datenmengen über das Internet austauscht, oder hochauflösende Videos schaut, bucht vorausschauend einen Vertrag mit hoher Download- und Uploadgeschwindigkeit. Doch halten die angegebenen Werte auch wirklich was sie versprechen?

“bis zu“-Geschwindigkeit oft ungenau

Auf den ersten Blick erscheinen Geschwindigkeiten von 16 Mbit/s oder 50 Mbit/s klar definiert. Doch in der Praxis sieht es meist anders aus. Wer genau hinschaut, erkennt den Vermerk „bis zu“, das heißt, die angegebene Geschwindigkeit muss nicht zwingend erreicht werden. Damit haben sich Provider bisher ein Hintertürchen offen gelassen und Verbraucher nicht selten verärgert. Wer feststellt, dass die versprochenen Werte bei seinem Internetanschluss gar nicht zur Verfügung stehen, kann sich bei seinem Provider beschweren, was nicht selten zu monatelangen Auseinandersetzungen führt.

Eine bessere Möglichkeit, die Verbraucher aber leider viel zu selten nutzen, ist ein Tarif- oder sogar Providerwechsel. Wer sich die Mühe macht und einen Angebotsrechner startet, wird überrascht sein, wie viel sich bei einem Wechsel sparen lässt. Gleichzeitig können Verbraucher feststellen, welche Geschwindigkeit an ihrem Anschluss überhaupt möglich ist. Der Netzausbau wächst stetig und somit auch die Qualität des Internetanschlusses, was man als Nutzer aber nur mitbekommt, wenn man sich auch damit befasst.

Bundesnetzagentur legt Regeln fest

Um den ständigen Querelen zwischen Verbrauchern und Providern ein Ende zu setzen, hat sich die Bundesnetzagentur schon länger der Sache angenommen. Zunächst sollten Bußgelder verhängt werden, wenn die versprochene Leistung nicht geliefert werden kann. Inzwischen ist die Agentur konkreter geworden und hat klare Regeln aufgestellt.

Das Problem bisher, bei kaum einem Haushalt ist die Internetgeschwindigkeit zu jeder Zeit gleichbleibend. Wer wahllos einen Speedtest durchführt und hierbei starke Abweichungen zur vertraglich zugesicherten Leistung feststellt, darf / kann seinem Provider nicht unbedingt Vertragsbruch vorwerfen. Erst bei „regelmäßig wiederkehrenden Abweichungen“ besteht Handlungsbedarf. Folgende Regeln wurden dafür festgelegt:

  1. Mindestens 20 Messungen
    Um ein präzises Ergebnis zu erhalten, sind mindestens 20 Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen durchzuführen, und zwar über den „hauseigenen“ Geschwindigkeitstest der Bundesnetzagentur. Die Werte müssen zur späteren Auswertung gespeichert werden.
  2. Maximalgeschwindigkeit wird nicht erreicht
    Der Nutzer erreicht an beiden Messtagen kein einziges Mal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit.
  3. Mindestgeschwindigkeit wird nicht erreicht
    Die im Vertrag vereinbarte Mindestgeschwindigkeit wird an beiden Messtagen einmal oder mehrfach unterschritten.
  4. “Normale“ Geschwindigkeit wird nicht erreicht
    Die Geschwindigkeit, die dem Nutzer normalerweise zur Verfügung steht, wird bei 90 Prozent aller Messungen nicht erreicht.

Den Test muss der Nutzer natürlich selbst durchführen und protokollieren. Mit den neuen Regeln wird es aber sicher einfacher sein, Provider in die Pflicht zu nehmen, falls die vertraglichen Leistungen nachweislich nicht gewährleistet werden.

 

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