LTE: Österreich hinkt hinter Deutschland her

Wenn es um die vierte Mobilfunkgeneration LTE geht, dann gilt Deutschland oft als vermeintlich langsam. Denn in einigen asiatischen Ländern oder den USA ist die Technologie viel weiter fortgeschritten. Noch langsamer geht es aber in Österreich.

LTE Ausbau Österreich
LTE Ausbau in Österreich hinkt hinterher

Während in Deutschland immerhin der Ausbau des LTE-Netzes im vollen Gange ist, bleibt dies in Österreich noch Zukunftsmusik. Die Versteigerung der LTE-Lizenzen sollte in der Alpenrepublik bereits in diesem Jahr erfolgen. Allerdings sorgt die geplante Übernahme von Orange Austria durch das Konkurrenzunternehmen Hutchison für die Verzögerung der Versteigerung. Denn diese Übernahme entwickelt sich zur Hängepartie, da die Wettbewerbshüter der EU große Skepsis an den Tag legen, fürchten sie doch höhere Preise für die Kunden durch das Wegfallen eines der vier Provider. Aus diesem Grunde geht die Regulierungsbehörde RTR derzeit davon aus, dass die Auktion der LTE-Frequenzen in Österreich erst im September des kommenden Jahres abgeschlossen sein wird.
 

Bei UMTS war Österreich Vorreiter in Europa

Auf den ersten Blick mag das manch einen Beobachter nicht verwundern, dass das vermeintlich kleine Österreich in Sachen LTE dem großen Nachbarn hinterherhinkt. Wer sich jedoch ein wenig mit dem Markt auskennt, der wird sich zurückerinnern, dass dies beim Vorgänger UMTS ganz anders war. Denn während die ersten Österreicher schon im Jahr 2003 die ersten UMTS-Sticks für das Laptop und UMTS-Telefone nutzen konnten, war dies in Deutschland noch ein Fremdwort. Im September 2002 nahmen die Österreicher nämlich das erste UMTS-Netz in Europa in Betrieb und waren damit Vorreiter für das damals schnelle Internet auf dem Handy.
 

LTE-Netz in Österreich vor 2015 scheint utopisch

In Sachen LTE aber wird Österreich noch weiter hinter Deutschland herhinken. In der Alpenrepublik macht sich die Hoffnung breit, dass die EU-Kartellwächter noch in diesem Jahr zu einer Entscheidung gelangen. Erst danach können die mehrmonatigen Vorbereitungen der RTR beginnen. Somit kann auch der österreichische Staat erst für den Herbst 2013 mit den Einnahmen von geschätzt mehr als einer halben Milliarde rechnen. Ein vollständig ausgebautes funktionierendes LTE-Netz in Österreich hingegen vor 2015 scheint Utopie zu sein.

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