Telekom-Chef verneint Abneigung gegen eigene Kundschaft

Nachdem die Deutsche Telekom aufgrund ihrer DSL-Drosselung seit Tagen in den Schlagzeilen ist, melden sich wieder einmal Verantwortliche des Bonner Konzerns in einem Interview zu Wort.

DSL-Drosselung Statement von Rene Obermann
Telekom-Chef will Kunden behalten

In einem Interview mit der „Welt“ stellte sich nun der noch amtierende Telekom-Chef René Obermann und sein Nachfolger Timotheus Höttges. Ende des Jahres wird Höttges den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Obermann übernehmen. In dem Interview wurden die beiden führenden Männer des einstigen Telekommunikationsmonopolisten gefragt, ob der Konzern aufgrund der DSL-Drosselung seine Kunden überhaupt möge. Hierauf antwortete Obermann: „Wir lieben unsere Kunden! Wir wollen das Internet schneller machen und die Preise so weit es geht stabil halten. Für die allermeisten Kunden wird sich nichts ändern.“

DSL-Drosselung mit Blick auf Milliarden-Investitionen notwendig

Wie der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom weiterhin erneut betonte, würden Vielnutzer aus der heutigen Sicht für ihre Flatrate in drei Jahren zwischen 10 und 20 Euro mehr bezahlen. Wer hingegen nur gelegentlich im Internet unterwegs sei und somit wenig Datenvolumen verbrauche, könne für einige Euro eine Option dazubuchen, ähnlich wie es aus dem Mobilfunksektor bekannt ist. Einmal mehr machte der Telekom-Chef deutlich, dass dies notwendig sei, da das Bonner Unternehmen in den kommenden Jahren weitere Milliarden in das Netz investiere. Bei der Telekom herrsche das Ziel vor, jeden einzelnen Kunden zu behalten sowie neue dazuzugewinnen.

Obermann: Wirtschaftliche Bedingungen erfordern Drosselung

Auch zu den Gründen für die Drosselung äußerte sich Obermann erneut deutlich. Die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen machten demnach die DSL-Drosselung notwendig. So musste die komplette Branche laut Obermann in den vergangenen sieben Jahren einen Umsatzrückgang von neun Milliarden Euro hinnehmen. Demgegenüber stünden aber die Milliarden-Investitionen in die Netze. Dazu René Obermann: „Wir finden es fairer, wenn die, die das Netz ganz besonders viel nutzen, auch etwas mehr zahlen.“

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