Stabiles Internet im Homeoffice – Mit diesen Tipps klappt’s

Wer von zuhause aus arbeiten möchte, muss eine gute Internetverbindung besitzen. Was genau „gut“ bedeutet und was es bei Ausfällen zu tun gibt, erkläre ich hier.

Internet Homeoffice
Stabiles Internet ist für Arbeitem im Homeoffice unerlässlich | © escapejaja / stock.adobe.com

Arbeiten in den eigenen vier Wänden liegt nicht nur seit Corona im Trend. Immer mehr Arbeitgeber sehen, wie gut es funktioniert und bieten es dementsprechend ihren Mitarbeitern an. Vorausgesetzt diese besitzen einen guten Internetanschluss. Denn für das Arbeiten im Homeoffice muss die Internetverbindung nicht nur schnell, sondern auch stabil genug sein.

Außerdem: wer von zuhause aus arbeitet, muss auch für den Fall gewappnet sein, dass das Internet mal stockt oder sogar komplett ausfällt. Nervös werden, hilft hier nicht weiter. Besser ist es zu wissen, wie Sie das Internet in Ihrem Homeoffice schnell wieder in Gang bekommen. Genau hierfür möchte ich in diesem Beitrag Tipps nennen und Ihnen auch erklären, welche Voraussetzungen Sie bezüglich der Internetverbindung für das Homeoffice benötigen.

Welche Internetgeschwindigkeit wird im Homeoffice benötigt?

Wer von zuhause aus arbeiten möchte, benötigt dafür eine flüssige Internetverbindung ohne Störungen. Hierbei kommt es vor allem auf die Internetgeschwindigkeit, sprich die Bandbreite, an. Je größer sie ist, desto mehr Daten können in einem bestimmten Zeitraum übertragen werden. Man sagt, dass es schon mindestens 50 Mbit/s sein sollten, um ruckelfrei arbeiten und auch an Videokonferenzen teilnehmen zu können.

Anders sieht es aus, wenn mehrere Personen von zuhause aus arbeiten bzw. gleichzeitig das Internet nutzen. 100 Mbit/s sollten es für zwei Personen zum Beispiel schon sein, damit beide gleichzeitig an Videokonferenzen teilnehmen können. Eine Leitung mit 250 Mbit/s und mehr wird hingegen nur notwendig, wenn Sie regelmäßig große Datenmengen übertragen müssen.

DSL, Kabel, Glasfaser oder LTE – Was eignet sich für das Homeoffice?

Kommen wir nun zu den Zugangstechnologien, die es ermöglichen das Internet im Home Office zu nutzen. Der Breit­ban­d­at­las der Bundesnetzagentur zeigt zum Beispiel, welche Bandbreiten und Techniken in ganz Deutschland zur Verfügung stehen. Die gängigsten sind DSL, Kabel, Glasfaser und LTE. Diese Zugangstechnologien nachfolgend etwas genauer erklärt.

❍ DSL-Anschluss:

DSL (Digital Subscriber Line) ist der Klassiker unter den Zugangstechnologien. Denn so ziemlich jeder besitzt eine Telefonleitung. Und genau diese wird bei der Internetnutzung als Übertragungsmedium der Daten genutzt. Bedeutet, dass die Daten über das Telefonnetz empfangen und versendet werden. Das Gute: DSL Angebote mit dauerhaftem Festpreis sind fast deutschlandweit verfügbar.

❍ Kabel-Anschluss:

Während der DSL-Anschluss die Telefonleitung als Übertragungsmedium nutzt, kommt beim Kabel-Anschluss die TV-Kabelleitung zum Einsatz. Somit ist eine Multimediadose und ein Kabelmodem notwendig, um eine Verbindung zwischen Kabelnetz und Computer herstellen zu können. Der große Vorteil: im Vergleich zu DSL liefert Kabelinternet teilweise doppelt so hohe Geschwindigkeiten. Außerdem sind meist Kombipakete bestehend aus Internet, Telefon und TV zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis verfügbar. Der Nachteil: die Verfügbarkeit allgemein. Denn Kabelinternet ist im Gegensatz zu DSL noch nicht flächendeckend buchbar.

❍ Glasfaser-Anschluss:

Noch nicht überall vorhanden, aber gerade im großen Stil im Aufbau ist das Glasfasernetz in Deutschland. Denn die hochleistungsfähigen Glasfaserkabel ermöglichen eine störungsfreie und vor allem schnelle Datenübertragung mit Hilfe von optischen Signalen. Diese liegt bei bis zu 1000 Mbit/s! Wir sprechen hier also von der Crème de la Crème unter den Zugangstechnologien für das Internet. Nur leider ist eben diese noch im Aufbau und deshalb noch nicht flächendeckend in Deutschland verfügbar.

❍ LTE:

LTE (Long Term Evolution) ist eigentlich ein Mobilfunk-Standard. Damit können Sie sich nun aber auch schnelles Internet nach Hause holen. Denn es gibt mittlerweile LTE-Hardware, die über das Mobilfunknetz eine Verbindung zum Internet herstellt. Und das, indem Sie den Router einfach in die Steckdose stecken. Sie surfen somit im Homeoffice drahtlos über WLAN im Internet – und das sogar per Highspeed. Die Stabilität der Internetverbindung hängt dabei jedoch immer von der Auslastung des Mobilfunknetzes ab.

Einziger Nachteil dieser Verbindungsart: je nach Tarif wird die Geschwindigkeit bei Erreichen einer bestimmten Datenvolumengrenze gedrosselt. Wer im Homeoffice über einen LTE-Router arbeiten möchte, sollte daher nach einem Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen Ausschau halten.

Was tun bei einem Internetausfall im Homeoffice?

Internetausfall
Netzbetreiber beheben Fehler in der Regel schnell | © Chaay_tee / stock.adobe.com

Es kommt sehr selten zu einem Internetausfall. Und wenn doch, dann sind die Fehler seitens der Netzbetreiber in der Regel schnell behoben. Kommt es dennoch zu Problemen mit dem Internet im Homeoffice, gilt es zunächst einmal den Grund dafür herauszufinden. Mögliche Ursachen sind z.B.:

  • Störung des Netzes
  • zu große Auslastung des Anbieternetzes
  • zu viele Endgeräte benutzen gleichzeitig das Internet –> Überlastung
  • Störung auf dem Endgerät/Router

Bei einer Störung oder einer zu großen Auslastung des Anbieternetzes können Sie selbst leider nichts unternehmen. Da ist Geduld gefragt. Anders sieht es aus, wenn die Internetgeschwindigkeit aufgrund der Nutzung vieler Endgeräte gedrosselt ist. Dann müssen Sie die Übertragung auf einigen Geräten stoppen.

Funktioniert das Internet auf einem Endgerät plötzlich nicht mehr, auf anderen aber schon, könnte ein technisches Problem die Ursache sein. In diesem Fall hilft es zunächst einmal Rechner und/oder Router neu zu starten. Hierbei ist es wichtig, dass Sie den Router komplett vom Strom trennen und etwa 30 Sekunden warten, bis Sie ihn neu starten. Sollte das nichts bringen, müssen Sie sich an einen Fachmann wenden.

So können Sie die Internetverbindung verbessern

➮ Tipp 1 – Router richtig platzieren:

Ist die WLAN-Verbindung schlecht, hilft es den DSL-Router neu zu platzieren. Er sollte sich am besten in der Nähe des Büros befinden und 1 bis 1,5 m über dem Boden platziert werden. Zudem sollte sich direkt daneben keine Wand und in der Nähe auch keine technischen, elektrischen sowie metallischen Gegenstände befinden, da sie das WLAN stark schwächen.

➮ Tipp 2 – LAN-Kabel statt WLAN nutzen:

Wer die Möglichkeit hat, sollte lieber eine kabelgebundene Netzwerkverbindung über LAN statt WLAN nutzen. Denn LAN-Kabel garantieren eine deutlich schnellere und stabilere Internetverbindung.

➮ Tipp 3 – WLAN-Repeater nutzen:

Sie wollen eine WLAN-Verbindung für das Arbeiten im Home Office nutzen, obwohl sich der Router nicht in der Nähe befindet? Dann können Sie das Signal mit Hilfe von einem WLAN-Repeater verstärken. Dieser wird einfach in die Steckdose gesteckt. Er fängt dann das Funksignal des Routers auf, verstärkt es und leitet es weiter. Wichtig hierfür ist, dass Sie den Repeater etwa auf halbem Weg zu Ihrem Homeoffice aufstellen.

➮ Tipp 4 – Mesh-WLAN-Netzwerk einrichten:

Wollen Sie noch mehr Bereiche des Hauses mit gutem WLAN versorgen, kann es Sinn machen ein Mesh-WLAN-Netzwerk einzurichten. Dabei werden mehrere „Repeater“ im Haus verteilt. Diese leiten das WLAN-Signal jedoch nicht weiter, sie bauen vielmehr ein eigenes Funknetzwerk auf.

Kann man den Internetanschluss steuerlich absetzen?

Wer ein Homeoffice besitzt, kann nicht nur die Kosten für das Arbeitszimmer steuerlich absetzen. Auch die Kosten für Telefon und Internet können Sie geltend machen. Um genau zu sein sind bis zu 20 Prozent des Rechnungsbetrages ohne Nachweis absetzbar. Alles, was darüber liegt, muss nachgewiesen werden.

Außerdem können Sie von der so genannten Homeoffice-Pauschale profitieren. Diese wurde wegen der Verlagerung der Arbeitswelt in das Homeoffice während der Corona-Pandemie geschaffen. Somit kann jeder, der ausschließlich von zuhause aus arbeitet, für bis zu 120 Homeoffice-Tage je fünf Euro Werbungskosten absetzen. Sprich also 600 Euro. Laut dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung soll diese Regelung nun nicht wie geplant zum 31.12.2022 auslaufen, sondern entfristet und verbessert werden. So können ab 2023 sogar 200 Homeoffice-Tage und somit 1000 Euro geltend gemacht werden.

No votes yet.
Please wait...